Donnerstag, Dezember 03, 2009

Von Priestern und Köhlern

Ich wette, das hat schon jeder gehört:
Was erlauben sich Priester (bzw. die-alten-Säcke-im-Vatikan(tm)) eigentlich, uns Vorschriften zu machen, wie wir unsere Beziehungen führen sollten, vor allem, wann und wie wir Sex haben sollen! Die hatten doch alle noch nie Sex, und außerdem sind sie doch eh alle schwul, pädophil und haben eine Affäre mit der Haushälterin!
Gut, werd ich jetzt mit Freude sagen, das ist ein sehr kluger Einwand. Eine unverheiratete, kinderlose Familienministerin werd ich dann auch geflissentlich ignorieren oder besser, jede einzelne ihrer Äußerungen mit gnadenlosem Spott, mit Häme und Empörung überziehen, völlig egal, was sie genau sagt. Was erlaubt die sich!

An dieser Stelle zerr ich aber mal noch meinen Therapeuten ins Licht. Der gute Mann versichert mir öfter, er kann mir helfen, er kennt sich aus. Redet er von seinem Studium? Nein. Redet er von seinen persönlichen Lebenserfahrungen? Manchmal. Was er meint, sind seine Berufserfahrungen. Die vielen, vielen Menschen, die er in den letzten knapp 30 Jahren begleitet hat, in all ihren unterschiedlichsten Situationen. Und mir scheint, da kann ich ihm recht geben.
Und wenn ich einem Priester gegenübersitze, der seit 30 oder mehr Jahren Beichten hört und Seelsorgegespräche führt, Kinder tauft, Jugendliche unterrichtet, junge Paare zur Ehe begleitet, Trauernde tröstet, im Streit vermittelt, in Beziehungskrisen um Rat und Hilfe angegangen wird... dann hab ich das Gefühl, der ist für meine spezielle Sorge, Frage oder Sünde durchaus kompetent.
Sonst müsste ja auch nicht ein Priester für eine Gemeinde zuständig sein, sondern mindestens zehn. Ein Alter, ein Junger, ein Verheirateter, ein Geschiedener, einer der nie eine abbekommen hat, einer, der sich ganz frei für die Ehelosigkeit entschieden hat, und eigentlich am besten noch eine Kombination aus allem, so dass wirklich jede Situation aus persönlicher Erfahrung begleitet werden kann.
Nu - ist das Argument mit den "alten Säcken" immer noch so gut?

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Für Alipius!


Das, mein Lieber, sind original Düsseldorfer Reibekuchen, photographiert auf einer typischen Düsseldorfer Außen-Abstellfläche für alkoholische Getränke. Wie man sieht, hat der Weg zwischen Stand und Ablage schon Opfer gekostet (*hamm!* Oh Mist, das Photo...). Sie waren in der Tat außerordentlich gut. Für meinen Spatzenmagen ein bißchen viel, aber mit Sicherheit eine hervorragende Grundlage für eine gewissenhafte und umfassende Glühweinprobe.
Herzlichen Dank für diesen wichtigen und hilfreichen Hinweis!
Und damit zurück ins Studio.

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Dienstag, Dezember 01, 2009

Mensch!

Was ein Tag.
Erstmal: Wieder ein bißchen besser geschlafen. Zwar immer noch Zeugs geträumt, das nur deswegen nicht unter "Albtraum" fällt, weil meine Belastungsgrenze da doch schon enorm gestiegen ist, aber immerhin mal ne gute Weile am Stück! Ich bin dankbar.
Punkt acht zum Wecker hellwach gewesen, weil: Angst. Es steht das Dozentengespräch an, die Stunde der Wahrheit. Es ist noch dämmrig, und ich lass mich von der Gebetskerze, die ich seit einigen Tagen morgens und abends aufstelle, ein bißchen beruhigen. Die Kerze bleibt für's Frühstück an.
Der Dozent: Super. Man geht da so hin und sagt sich - wird schon gut. Aber es war mehr als das. Ich musste nicht viel erklären, nicht viel erzählen, schon gar nicht überzeugen oder mit Nachdruck mich um Verständnis bemühen. Bemüht hat er sich, und zwar sehr. Ich bin direkt beschämt. Und sehr, sehr erleichtert. Gott sei Dank - Danke, Herr!
Erstmal einen Kakao, um wieder auf die Beine zu kommen. Danach den Herrn in der Sakramentskapelle im Dom besuchen. Diener sein für einen Herren, der so sorgt, der sich so in die Bresche wirft? Aber hallo. Jeden Tag. Was für ein Geschenk.
Anschließend in der Therastunde ein bißchen über meine Ansprüche gelacht. Da ist ein alberner Stolz, den ich dringend loswerden muss. Ich geh ja kaputt dran. Wird Zeit, dass ich raus komm, wird Zeit, dass ich sagen kann: Das muss mich gar nüscht angehen. Da gönn ich mir jetzt einfach mal ne Lücke im Wissen. Mensch, ich freu mich schon drauf.
Wie dringend das ist, hab ich auch gleich im Seminar gemerkt. Wie mich das gewurmt hat! Der Herr A. bekommt ein "Hervorragend!" gesagt - ich musste an dem Tag mein vorläufiges Scheitern vermelden. Ihm gönn ich das Lob von Herzen, mir scheint, er arbeitet hart dafür. Ich wünsch mir nur, ich könnte es auch. Oh, wie es mich gewurmt hat.
Na, und hinterher wieder in die Messe (dazu beizeiten noch was eigenes)... Scheeeeeff! Wir haben ein Problem, es wurmt mich ja so! Den lächerlichen Zahn brauch ich dringend gezogen. Hoffentlich bleibt mir die Erkenntnis auch erhalten.

Na, und dann hab ich mich noch einer sehr netten Dame zum Kakaotrinken angeschlossen. Wir hatten ein angeregtes Gespräch, bei dem ich Dinge erfahren habe, die mich ganz außerordentlich freuen. Vielleicht bald etwas mehr dazu, aber kommt Zeit, kommt Erzählenswertes. Ich habe die Begegnung jedenfalls als einen echten Segen wahrgenommen und bin gespannt, was noch alles auf mich zukommen kann. Und das war dann auch ein wunderschöner Abschluss für einen langen, turbulenten Tag. Oj!
Ich bin für heute glücklich. Danke, danke, danke und danke.
Und morgen gibts einen freien Tag nur für Weihnachtsmarkt-einkaufs-holla-panik. Und einen Besuch bei einer alten Freundin, schließlich will ich die Novene durchhalten.
Ich freu mich, und wenn ihr zwischendurch ein Momentchen über habt, dann erbittet doch mit mir einen Segen für meinen Dozenten und die liebe Frau, die mir heute sicherlich völlig ahnungslos so eine Freude gemacht hat.
Boah, ich freu mich.

Sonntag, November 29, 2009

Frohes neues Kirchenjahr!

Eine gesegnete Adventszeit, eine heilige Stille und weit offene Augen und Ohren für Gottes Nähe und Liebe wünsche ich euch allen!

Samstag, November 28, 2009

Gebt keinen auf.

"Angeblicher Komapatient zwei Jahrzehnte bei Bewusstsein."

Abgesehen davon, dass es auch an echten Wachkomapatienten inakzeptabel wäre - was für ein Glück, dass ihn in dieser Zeit niemand zu Tode hungern ließ.
Willkommen zurück - Gott sei Dank.

Freitag, November 27, 2009

Geht ein Phobiker zur Beichte...

haha, der wird gut. Schlimmer als Zahnarzt ist das. Aber nach dem Zahnarzt tut's weh, nach der Beichte ist alles super. Also auf in den Kampf. Dank Elsas Gedankenanstoß sehe ich die Angelegenheit jetzt ja auch eher als feierliche Vorbereitung auf die Adventszeit, und das macht mir gerade unheimlich Freude auf Weihnachten. Vielleicht ergattere ich danach sogar noch eine rosa Kerze, die nicht mit scheußlichen Düften angereichert ist - für den Kranz.
Wie macht ihr das so mit Adventsschmuck? Vor dem ersten Sonntag kommt bei mir sowieso nichts an die Wohnung, Heiligabend aber bin ich ja schon bei den Eltern. Ach, wie verkehrt kann es schon sein, um's Heiligenbildchenregal ein bißchen Glitzer anzubringen...? :)
Wann fangt ihr denn an, (dezent) zu dekorieren?

Nachtrag: Diese Hinweise der Karl-Leisner-Jugend sind mir jedesmal wieder zur Vorbereitung eine echte Hilfe. Danke dafür. Jetzt aber frisch auf, der nächste Bus ist meiner.

Nachtrag #2: Vorher wie Zahnarzt, hinterher wie Happy Pills. Hat gut getan! Jetzt kann die Adventszeit anfangen. Danke an den lieben und klugen Priester, danke an ihn und für ihn!

Montag, November 23, 2009

Vor Seuche...

Nun hab ich sie also auch mitgehört, die liturgischen Hygieneanweisungen zur Schweinegrippe. Ein wenig apokalyptisch war mir dabei zumute, kam ich mir doch vor wie zu Zeiten einer Pestepidemie. Und dann gedachte ich munter meines unbekümmerten Fingereintauchens in das Weihwasserbecken und drückte auch dem jungen Pärchen vor mir herzlich die Hand. Die junge Dame hat vermutlich die vorgottesdienstlich verlesenen Warnhinweise ohnehin nicht so ganz gehört, sie war nämlich mit dem Rosenkranz zugange. Da war mir umso mehr danach, sie strahlend anzulächeln.
Ein bißchen verwirrt hat mich der Hinweis, dass Erkrankte bitte den Gottesdiensten fernbleiben mögen. Gut - wenn mich die Seuche niederwirft, und sei es nur ein hässlicher Schnupfen, schaff ich es nichtmal unter die Dusche, geschweige denn aus dem Haus. Von daher könnte man den Hinweis vielleicht als obsolet betrachten. Oder ist die Schweinegrippe so heimtückisch, dass sie zwar unglaublich gefährlich ist, aber kaum Anzeichen hat, vielleicht gar das Leben kaum beeinträchtigt? Fürchten die Herausgeber der Warnungen, dass sich überfromme Seuchenschleudern zombiegleich in den Gottesdienst robben, um damit die halbe Stadt auszurotten? Vor meinem inneren Auge erschienen Pestmasken und lodernde Feuer. Wurden eigentlich schon Quarantäne-Priester bereitgestellt, um den Kranken die Sakramente zu spenden, oder dürfen die ruhig mal darauf verzichten?
Draußen tobte stimmungsvoll der Sturm; drinnen übersprangen wir elegant die Strophe mit der Bewahrung vor Seuche. Haben das ja auch schon eigenständig geregelt.