Von Priestern und Köhlern
Ich wette, das hat schon jeder gehört:
Was erlauben sich Priester (bzw. die-alten-Säcke-im-Vatikan(tm)) eigentlich, uns Vorschriften zu machen, wie wir unsere Beziehungen führen sollten, vor allem, wann und wie wir Sex haben sollen! Die hatten doch alle noch nie Sex, und außerdem sind sie doch eh alle schwul, pädophil und haben eine Affäre mit der Haushälterin!
Gut, werd ich jetzt mit Freude sagen, das ist ein sehr kluger Einwand. Eine unverheiratete, kinderlose Familienministerin werd ich dann auch geflissentlich ignorieren oder besser, jede einzelne ihrer Äußerungen mit gnadenlosem Spott, mit Häme und Empörung überziehen, völlig egal, was sie genau sagt. Was erlaubt die sich!
An dieser Stelle zerr ich aber mal noch meinen Therapeuten ins Licht. Der gute Mann versichert mir öfter, er kann mir helfen, er kennt sich aus. Redet er von seinem Studium? Nein. Redet er von seinen persönlichen Lebenserfahrungen? Manchmal. Was er meint, sind seine Berufserfahrungen. Die vielen, vielen Menschen, die er in den letzten knapp 30 Jahren begleitet hat, in all ihren unterschiedlichsten Situationen. Und mir scheint, da kann ich ihm recht geben.
Und wenn ich einem Priester gegenübersitze, der seit 30 oder mehr Jahren Beichten hört und Seelsorgegespräche führt, Kinder tauft, Jugendliche unterrichtet, junge Paare zur Ehe begleitet, Trauernde tröstet, im Streit vermittelt, in Beziehungskrisen um Rat und Hilfe angegangen wird... dann hab ich das Gefühl, der ist für meine spezielle Sorge, Frage oder Sünde durchaus kompetent.
Sonst müsste ja auch nicht ein Priester für eine Gemeinde zuständig sein, sondern mindestens zehn. Ein Alter, ein Junger, ein Verheirateter, ein Geschiedener, einer der nie eine abbekommen hat, einer, der sich ganz frei für die Ehelosigkeit entschieden hat, und eigentlich am besten noch eine Kombination aus allem, so dass wirklich jede Situation aus persönlicher Erfahrung begleitet werden kann.
Nu - ist das Argument mit den "alten Säcken" immer noch so gut?
Was erlauben sich Priester (bzw. die-alten-Säcke-im-Vatikan(tm)) eigentlich, uns Vorschriften zu machen, wie wir unsere Beziehungen führen sollten, vor allem, wann und wie wir Sex haben sollen! Die hatten doch alle noch nie Sex, und außerdem sind sie doch eh alle schwul, pädophil und haben eine Affäre mit der Haushälterin!
Gut, werd ich jetzt mit Freude sagen, das ist ein sehr kluger Einwand. Eine unverheiratete, kinderlose Familienministerin werd ich dann auch geflissentlich ignorieren oder besser, jede einzelne ihrer Äußerungen mit gnadenlosem Spott, mit Häme und Empörung überziehen, völlig egal, was sie genau sagt. Was erlaubt die sich!
An dieser Stelle zerr ich aber mal noch meinen Therapeuten ins Licht. Der gute Mann versichert mir öfter, er kann mir helfen, er kennt sich aus. Redet er von seinem Studium? Nein. Redet er von seinen persönlichen Lebenserfahrungen? Manchmal. Was er meint, sind seine Berufserfahrungen. Die vielen, vielen Menschen, die er in den letzten knapp 30 Jahren begleitet hat, in all ihren unterschiedlichsten Situationen. Und mir scheint, da kann ich ihm recht geben.
Und wenn ich einem Priester gegenübersitze, der seit 30 oder mehr Jahren Beichten hört und Seelsorgegespräche führt, Kinder tauft, Jugendliche unterrichtet, junge Paare zur Ehe begleitet, Trauernde tröstet, im Streit vermittelt, in Beziehungskrisen um Rat und Hilfe angegangen wird... dann hab ich das Gefühl, der ist für meine spezielle Sorge, Frage oder Sünde durchaus kompetent.
Sonst müsste ja auch nicht ein Priester für eine Gemeinde zuständig sein, sondern mindestens zehn. Ein Alter, ein Junger, ein Verheirateter, ein Geschiedener, einer der nie eine abbekommen hat, einer, der sich ganz frei für die Ehelosigkeit entschieden hat, und eigentlich am besten noch eine Kombination aus allem, so dass wirklich jede Situation aus persönlicher Erfahrung begleitet werden kann.
Nu - ist das Argument mit den "alten Säcken" immer noch so gut?




